Raus mit euch!

Aktualisiert: März 24

Im Grunde ist der Lockdown sehr gesund: aus lauter Einsamkeit fällt es mir gar nicht schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden und deutlich mehr zu laufen als damals, als die Zeiten noch normal gewesen sind. Nachdem abends kein Ausgehen mehr möglich ist, gehe ich früh zu Bett und werde morgens meist schon vor 6 Uhr von allein wach. Heute bin ich um 5.45 Uhr aufgestanden, habe meine drei Kater gefüttert, eine Tasse Kaffee getrunken, während ich die Zeitung überschlagen habe, dann habe ich den Backbrotautomaten angeworfen und saß um 6.15 Uhr am Bildschirm: den Fernunterricht für kommenden Montag gestalten und bereitstellen. Knapp vier Stunden später unterbricht der Signalton meine Tätigkeit im Homeoffice. Ich blinzele: die Sonne bricht draußen durch den Nebel. Schnell hole ich das fertige Brot aus dem Automaten, schlüpfe in Läuferklamotten und raus in die Natur! Es ist wie im Märchen: nach wenigen hundert Metern flimmert die Sonne durch die schneebedeckten Bäume; was für ein anderes Flimmern als am Bildschirm! Ich spüre förmlich, wie Körper und Seele nach dieser Erholung gieren und wie gut es beiden tut.

Bis Guttenbach laufe ich ganz allein, dann treffe ich immer mehr Hundespaziergänger, die sich jetzt nach draußen wagen. Die kleinen Hunde kläffen, aber die sind gottlob an der Leine; die großen laufen frei herum, aber sie blicken nur grimmig. Dann habe ich den Umlaufberg umrundet und biege in die Gassen von Neckarkatzenbach ein. Die Serpentinen warten auf mich, aber der Blick nachher ins Tal, halb im Sonnenlicht, halb nebelverhangen, lohnt des Aufstiegs Mühen. Nun geht es an den Endspurt, noch zweieinhalb Kilometer, und ich bin daheim.

Jetzt freue ich mich, zufrieden und erschöpft

, auf die Dusche und ein kühles Helles hinterher zum Frühschoppen. Und dann sehen wir mal, was der Tag noch so bringt. Ganz gechillt. Es ist ja gerade mal 12 Uhr. Und ich habe heute schon genug getan.


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