Knapp am Podium vorbei…

Zunächst einmal: es ist heiß. Für den Odenwald sogar sehr heiß. Trotzdem hat der Skiclub Güttersbach Lust auf sein Jubiläum: und dort, wo sonst der Mornsbach beschaulich plätschert, zwischen Straße und kleinem Feuerwehrhaus, tummeln sich jetzt die rot gewandeten Helfer zwischen Festzelt, Bierwagen und Pavilions und freuen sich an den Gästen. Natürlich sind wir vom

Lauftreff da! In der Mittagshitze starten schon um 15 Uhr der Bambinilauf und die Schülerläufe. Eine kleine Runde durch den Ort - das bedeutet zumindest eine heftige Steigung, schließlich sind wir im tiefsten Odenwald. Es ist eine Wonne zu sehen, wie schon die Kleinsten mit konzentriertem Gesicht die Füße in die Hände nehmen und alles geben; und es ist zumindest eine interessante Erfahrung, die Inbrunst der anfeuernden Eltern zu hören. Unsere beiden Starterinnen sind erfolgreich und holen den vierten bzw. fünften Platz.

Dann sind die Großen an der Reihe. Um 17 Uhr startet der Hauptlauf, für den niemand von uns gemeldet ist. Zehn Minuten später warten drei mutige Halbmarathonis auf den Startschuss, danach machen sich die Walker auf die Strecke. Wir stehen so lang es geht im Schatten, bevor wir uns in der prallen Sonne in das Starterfeld einreihen. Endlich fällt der erlösende Startschuss, wir rennen los, zunächst einmal bergauf aus dem Ort hinaus und dann - das habe ich noch nie erlebt - zieht sich das kleine Starterfeld dank Hitze und Steigung schon nach den ersten tausend Metern so auseinander, dass ich bis ins Ziel allein auf den Waldwegen unterwegs bin. Einzige Abwechslung sind die Strecken- und Verpflegungsposten und die Konzentration, den Weg nicht zu verlieren. Immerhin geht es die meiste Zeit im Wald voran, so dass die Sonne nicht mehr brutzelt. Die Strecke ist einfach erklärt: erst einmal sieben Kilometer nur bergan, dann sieben hinab zurück in den Ort, bevor dann die kleinere Runde winkt, wieder zur Hälfte hinauf, dann bergab. Bin ich froh, als ich den ersten Gipfel erreicht habe. Kurz vor dem Ziel stoßen die Hauptläufer und die Walker auf die Strecke, so dass ich mal wieder lebende Menschen sehe, ein paar wenigstens. Und dann sehe ich vor mir doch tatsächlich den schnellsten Halbmarathoni, begleitet von einem Radfahrer. Ich mobilisiere meine letzten Kräfte und hänge mich an ihn ran, folge ihm bis ins Ziel, höre den Beifall, dann den Moderator, der mich begrüßt „Und da kommt schon der Läufer mit der Nummer 10!“, ich reiße beide Arme hoch. „Er geht jetzt auf die zweite Runde!“, ruft der Moderator. Was?, denke ich, zweite Runde und nicht Zweiter?! So kann man sich täuschen. Also renne ich weiter, und die zweite Runde zieht einem so richtig den Zahn…

Alle sind geduscht und sitzen im Festzelt, essen Pommes, trinken Bier, feiern und wir freuen uns, denn wir haben die Hitzeschlacht überlebt und sind ins Ziel gekommen; und freuen uns über die Preise in den Altersklassen, die wir eifrig abräumen…



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