Auf ein Neues!

Seit einigen Wochen bin ich wieder zum Home Office verdammt. Keine Fahrzeiten, keine Präsenztermine, eine Videokonferenz nach der anderen - und viel Zeit dazwischen. Das Gute im Schlechten: jetzt habe ich viel Zeit zum Laufen. Und da ich in der virtuellen Trainingstabelle unbedingt Platz 2 erringen möchte, kann ich den inneren Schweinehund problemlos kleinreden. Obwohl die Beine von den Läufen der vergangenen Tage noch müde sind und manche Sehnen sch

merzen, werden die Schuhe geschnürt: heute ist ein Halbmarathon geplant, damit ich ein gutes Stück Vorsprung in der Tabelle bekomme.

Ich starte im Nebel und komme schon bald in die Sonne: Passt! Ein schönes Gefühl, auf den Höhen zu rennen, den Nebeltau in den kahlen Feldern blitzen zu sehen und hinüber zu blicken in das Neckartal, das unter einem dichten Nebelband verborgen liegt. Tapp, tapp, die Beine rennen wie von selbst die vertrauten Wege, und die Gedanken lassen ein Laufjahr abspielen, das es wieder in sich hatte: zwar konnten wir die meiste Zeit gemeinsam trainieren, aber alle unsere geselligen Treffen fielen bis auf wenige Ausnahmen den verschiedenen Corona-Varianten zum Opfer; Wettbewerbe konnten wir genauso wenige wie im Jahr davor rennen, dafür die paar sehr intensiv - im Gedächtnis bleiben brutal schnelle 10 km in Auerbach mit dem Juniorchef meines Autohauses als Tempogeber, ein einsamer, aber schöner Halbmarathon in Mudau, aber vor allem nach über zehn Jahren Pause wieder ein Marathon - ein berauschendes Gefühl, nachts in München den Bestzeitenmarathon gefinished zu haben - plus der Frust, dass Andi, mein Pacemaker, nicht einmal ins Schwitzen kam... ;)

Mittlerweile habe ich die Minneburg erreicht und drehe eine Schleife, damit ich auf die erforderliche Kilometerzahl komme, und dann geht es an den Endspurt, noch gut 9 km. Was wohl das neue Jahr bringen wird? In Sachen Virus bin ich Zweckpessimist, und weil ich gut belesen bin, würde ich prophezeien: 2022 wird nicht viel anders als das zu Ende gehende Jahr...

Und dann bin ich schon wieder daheim - Halt! Es fehlen noch ein paar hundert Meter. Also noch eine Extrarunde Richtung Sporthalle, über den Parkplatz und einmal um den Bolzplatz - dann ist der Halbmarathon geschafft und Platz 2 sicher verteidigt.

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