Prost Neujahr!

Wer kennt nicht dies alte „Spiel“: in den letzten Tagen des alten Jahres wirst du nachdenklich und überlegst, was du alles an dir ändern könntest. Und schon bist du nur noch einen kleinen Schritt entfernt von den guten Vorsätzen, die sich im ausklingenden Jahr so gut für den Jahresanfang aufstellen lassen. So lässt sich auch das aufkommende schlechte Gewissen im Keim ersticken: ich bleibe heute doch auf dem Sofa liegen, esse doch noch eine Tüte Kartoffelchips zur Flasche Bier, schlafe vor dem Fernseher ein – aber im neuen Jahr, da wird alles ganz anders! Schluss mit Junkfood! Schluss mit Couch – jetzt werden die Laufschuhe geschnürt und auf geht’s! Mehr Sport! Mehr Gesundheit! Weniger Gewicht!

Bekanntlich haben Statistiker herausgefunden, dass die Halbwertszeit solch gefasster guter Vorsätze drei Tage beträgt...

Ich habe mir für 2022 mal zwei ganz leichte Vorsätze gefasst. Erstens will ich mehr essen. Und zweitens will ich mich weniger bewegen.

„Hä?!“, mag jetzt mancher denken. Das sind doch keine guten Vorsätze!

Andererseits: wenn ich diese Vorsätze so schnell breche wie alle anderen in den vergangenen Jahren, dann tue ich mir doch etwas Gutes! Noch nie hat es solchen Spaß gemacht, die Vorsätze schon am ersten Tag zu brechen! Es ist der Neujahrstag, kurz vor 9 Uhr, ich trete meinem inneren Schweinehund in den Hintern, dann schnüre ich meine Laufschuhe und auf geht’s! Ich renne vorbei an totenstillen Dorfstraßen, in deren Häusern der Partyrummel ausgeschlafen wird, hinaus in die herrlich ruhige Morgenlandschaft. Alles still, nicht einmal Hunde sind unterwegs. Und knapp drei Stunden und 20 km später bin ich glücklich daheim und schenke mir ein Bier ein. Schon habe ich mit einem meiner Vorsätze gebrochen und fühle mich sauwohl dabei. Prost Neujahr!


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