Wenn Laufschuhe sprechen könnten...


- und wie groß meine Enttäuschung war, als ich erfahren musste, dass der Wettkampf wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Wenigstens machten sich die Lauftreffler trotzdem auf die Reise nach Merzig an der Saar.

Am Donnerstag kam ich in die Sporttasche. In ein eigenes Fach. Ich musste mich also nicht zu all dem anderen Kram gesellen. Da würde ich also ganz allein bis Sonntag früh aufbewahrt und auf mich gestellt sein. Freitag ging es los. Stellt euch meine Überraschung vor, als ich bereits Samstag früh ausgepackt und geschnürt wurde! Eine kurze Trainingseinheit war spontan ins Leben gerufen worden - und so durfte ich neun Kilometer mit einem anderen Paar entlang der Saar laufen. Die anderen Schuhe waren richtige Profis und legten ein gewaltiges Tempo vor - erstaunlich, dass meine Füße durchhielten. Danach wartete ich in Schweiß gebadet im Hotelzimmer - abends dann erzählten die Halbschuhe, die sich zu mir gesellten, was sie alles selbst erlebt hatten oder vom Hörensagen kannten: eine Stadtführung durch Merzig, Biergarten, die Kirche und Gassen in Mettlach, das Wolfsgehege, der Garten der Sinne, der Baumwipfelpfad - und ich allein im Hotelzimmer!

Sonntag früh durfte ich dann wieder in Aktion treten. Ich traf eine ganze Menge anderer Laufschuhe, kleine und große, neue und alte. Wir stellten uns zunächst einmal zu einem Gruppenfoto auf. Dann ging es los: die meisten legten einen 8-km-Rundkurs zurück, besser gesagt: sie trugen die Füße der Walking-Gruppe; derweil war ich tatsächlich rennen, wenn auch in sehr gemächlichem Tempo - immerhin waren zwei andere Paare Laufschuhe dabei und sogar ein Paar Radlerschuhe. Fahrradbegleiter erlebe ich selten.

Abends erfuhr ich, dass manche Halbschuhe noch einen Ausflug nach Saarburg unternommen hatten. Ganz früh am Montag wurde ich dann wieder eingepackt - und jetzt warte ich daheim auf das nächste Abenteuer.

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