Sonntag früh...

Aktualisiert: Juli 5

Es ist Sonntag früh. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis nähert sich der 200. Im Ort findet daher kein Gottesdienst statt. Was also tun an diesem Sonntagmorgen?

Gut, dass Andi Grundlagentraining braucht. Also eine Art Tempo-Bremse wie mich. Deshalb fährt er kurz vor 9 Uhr in meine Einfahrt und wir machen uns auf eine Grundlagen-Runde: 16 km bei einem Tempo von 6:20 min/km. Kaum haben wir den Ort hinter uns und rennen Richtung Wald, zerreißt ein Schrei die sonntägliche Stille: "Eyyyyyyyy!" Wir drehen uns um und erspähen in der Ferne zwei Walker. Einer klein mit Hut. Könnte Gerd sein. Also drehen wir uns um und spurten zurück. Siehe da: es sind wirklich unsere Laufkameraden Gerd und Uwe, die im Mörtelsteiner Wald Bärlauch ernten wollen und diese Mission mit einer Walking-Einheit verbinden. Sehr löblich! Wir wechseln ein paar Takte Gespräch, dann machen Andi und ich uns wieder auf die Runde.

Unterwegs treffen wir außer einsamen Spaziergängern und Hunde-Gassi-Gehern nicht viele Leute. Es ist ja auch noch früh am Morgen. Immerhin staunt Andi gleich doppelt: einmal, weil ich unterwegs Hunde-Gassi-Geher beim Namen kenne (die sich riesig darüber freuen) und zum zweiten, weil ich heute jeden Berg hinaufrenne. Keine einzige Gehpause!

Nach unseren Etappenzielen Aglasterhausen, Helmstadt und Daudenzell kommen wir durch Asbach. Natürlich klingele ich am Ortsende am Haus von Gerd Sturm. Tatsächlich ist er schon daheim und kommt ans Fenster - kauend. Naja, ein Frühstück hat er sich ja verdient nach seiner Runde. Wir haben noch ein paar Kilometer bis ins Ziel.

Kurz hinter dem Alten Sportplatz sehen wir eine Frau, die mitten im Wald steht und das Laub recht. Es gibt schon merkwürdige Leute in Asbach! Was macht sie da? Andi hat eine zündende Idee: Vielleicht hat ihr Mann gestern beim Holz machen den Schlüssel verloren und seine Frau geschickt, ihn zu suchen. Sachen gibt's...

Dann sitzen wir bei mir im Wintergarten und trinken zur Belohnung einen Frühschoppen. Da seufzt Andi. Grundlagentraining ist anstrengender als gedacht. Und ich grinse fröhlich in mich hinein...


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