Schlamm und gute Laune

Beim Surfen im Internet fällt es mir sofort ins Auge: PfalzTrail im Leinigerland. Uh, das klingt richtig gut! Erstmal googeln, wo Carlsberg überhaupt liegt. Gar nicht mal so weit, und da ich Stadtläufe eh nicht mehr mag und Trails richtig gut finde, melde ich mich an. Doch welche Distanz soll es sein? FunTrail mit 10,5 km, BaseTrail mit 21 km oder gar PfalzTrail mit 36 km? Ach, was soll‘s, 36 km schaffe ich, und so ein Trail ist doch so schön.

Je näher der Termin rückt, desto aufgeregter werde ich. Allerdings will das Wetter einfach nicht lauffreundlicher werden: Regen, Regen, Regen! Dennoch mache ich mich am Sonntag früh auf den Weg bei strömenden Regen. Für die Heimfahrt nehme ich mir eine Kanne Tee mit, damit ich aufwärmen kann. Hoffentlich hat die Wetter-App recht, die leichten Regen meldet. Besser als momentan. Auf der Autobahn erlebe ich Aquaplaning bei Tempo 120; zum Glück ist nichts passiert, aber es lässt meine Hoffnung auf erträgliches Wetter schwinden.

In Carlsberg angekommen, finde ich alles top organisiert. Schilder, die zum Parkplatz weisen, und sehr nette Einweiser. Zum Sportplatz ist es nicht weit, die Startunterlagen sind schnell geholt, die Tasche ist abgeben, jetzt lausche ich dem Breafing. Es beruhigt, dass wohl überall Flatterbänder befestigt sind, Pfeile die Richtung weisen und an kritischen Stellen Streckenposten stehen. Doch Moment mal, was sagt er da? Aufgrund diverser Baustellen gibt es eine kleine Streckenänderung: nun sind es 37,6 km! Und wir sollen aufpassen, da die Strecke sehr matschig und rutschig ist. Oh je, auf was habe ich mich da eingelassen!

Der Startschuss ertönt, und ich bin einfach nur happy, hier zu sein. Bei schönem Wetter kann jeder laufen und irgendwie hat es etwas, mit so vielen Verrückten bei so einem Wetter zu laufen. Die Stimmung ist richtig gut!

Es ist eine wunderschöne Strecke mit ganz vielen Singletrails. Es geht über Wiesen und Felder, Waldwege und durch Weinberge und ganz wenig Wohngebiet. Leider hat der Dauerregen der letzten Tage das Ganze zu einer wahren Schlammschlacht werden lassen. Ich liebe es, bei Singletrails downhill alles zu geben, aber hier war es leider nur ein Runterrutschen. Als ein größerer Graben zu überwinden war, stand auf der anderen Seite ein Streckenposten. Ohne seine helfende Hand kam man nicht mehr hoch. Die Waldwege waren teilweise kleine Seen, ich habe mal nachgefragt, wann sie die Boote einsetzen. Bei den Feldern war der Weg schräg, so das man da auch ins Rutschen kam, und der viele Matsch an den Schuhen machte es nicht einfacher. Der Regen war unser treuer Begleiter, man konnte ihm nicht davonlaufen. Trotzdem war die Stimmung super und es gab immer wieder nette Gespräche mit den Mitlaufenden. Die Streckenposten standen tapfer unter ihren Regenschirmen und verbreiteten gute Laune. Sie begrüßten jeden mit aufmunterten Worten und einem Lächeln. Die Verpflegungsposten waren top organisiert: Getränke und diverse Snacks serviert mit guter Laune.

Als ich nach 4:54:39 Stunden ins Ziel einlaufe, werde ich herzlich empfangen, und ein unbeschreibliches Glücksgefühl überrollte mich. Unter fünf Stunden bei diesen Bedingungen: Yes!

Bei der Heimfahrt war ich über alle warmen Sachen, die ich eingepackt hatte, heilfroh. Daheim angekommen gab es erst einmal ein heißes Bad. Als ich meine Tasche auspackte, staunte Oli über meine Schlammschuhe, und der Beutel mit der Laufkleidung (Lauftight, dünner Pulli, Windjacke…) war gefühlt fünf Kilo schwer.Ich hoffe, dass es nächstes Jahr um diese Zeit trockener ist, dann werde ich wieder am PfalzTrail teilnehmen und schauen, wie sich die Strecke ohne Matsch läuft.


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