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Lebt denn der Holzmichel noch?

An diesen Gassenhauer musste ich gestern denken, als unser Eisen-Gerd mit zwei Walking-Stöcken doch tatsächlich zu unserem Treffpunkt gekommen ist. Erst vor fünf Wochen wurde er operiert und bekam ein neues Hüftgelenk eingesetzt: jetzt sieht er schon wieder wie blühendes Leben aus und schmiedet Pläne, wann er wieder regelmäßig zum Walker-Treff kommt oder sogar wieder mitrennt. Weil er in Feierlaune ist, lädt er uns zu einem Erfrischungsgetränk nach der Laufeinheit ein. Damit auch kein Missverständnis aufkommt, will er wissen, welche Biersorte er für wen kaltstellen soll. Er fragt: „Moy oder Jacob?“ Ich antworte: „Für mich in dieser Reihenfolge!“

Aber erst müssen wir noch unser Training beginnen. Niemand erhebt Protest, als ich sage, dann rennen wir heute eine kleine Runde, nur 8 Kilometer. Weil diese Strecke für unsere blonde Läuferin mental kein Problem ist, macht sie Tempo; ständig muss ich sie bremsen, damit die anderen beiden eine Chance haben mitzuhalten. Nur bergab Richtung Daudenzell übernehme ich kurz die Tempoführung. Es ist aber auch zu schön: der Inliner-Sportclub hat bereits die Slalomstangen für das Training aufgestellt. „Auf geht’s! Slalom!“, rufe ich – und dann renne ich auch schon in engen Kurven um die blauen und roten Stangen und stoße sie mit meinen Ellbogen gekonnt auf die Seite wie ein richtiger Skifahrer. Muss herrlich aussehen, vor allem weil die anderen drei mir folgen. Unten staunt uns das Trainerteam verblüfft entgegen und einer reicht mir sogar ein Paar Inliner hin. Aber ich widerstehe dem Anwerbungsversuch und renne auf Schusters Rappen weiter.

Wir halten kurz bei Hannes und läuten Sturm, damit er sich hinaus traut vor seine Werkstatt und unsere Ermahnungen anhört, wieder mit dem Training zu beginnen, dass er auch längere Wettkampfstrecken bewältigt wie zu besten Zeiten. Dann müssen wir kurz vor dem Ziel unser Tempo beschleunigen, denn das schöne Sonnenwetter wird von einer dunklen, immer schneller ziehenden Wolke bedroht, und tatsächlich: als wir schon die schützenden Gassen Asbachs erreicht haben, regnet die Wolke über uns ab und wir werden nass. Zum Glück haben wir Wechselkleidung dabei. Außerdem werden wir mit einem herrlichen Regenbogen belohnt. Leider können wir an seinen Enden nicht nach dem Goldtopf suchen, denn Gerd wartet mit dem Bier auf uns. Beim gemütlichen Beisammensein schießt unsere blonde Mitläuferin den Vogel ab, als sie verkündet: „Wie nennt man eine Blondine im Ziel? Dumm gelaufen!“



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