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Bei den anderen läuft's...

Im Startbereich des Trollinger hängt ein kreatives Werbebanner eines deutschen Discounters: "Bei anderen läuft's, bei uns wird gerannt!" So geht's uns auch: eigentlich wären wir ja den Marathon gerannt, aber weil das Team Wino Bio, für das wir heuer an den Start gehen, erst um halb zehn alle zum Gruppenfoto einbestellt haben, begnügen wir uns mit dem Halbmarathon (denn die Marathonis sind um diese Zeit schon auf der Strecke). Wir prahlen laut mit unserem tollen Startplatz und wie schnell wir sind (dabei sind zumindest Michi und ich gesundheitlich angeschlagen), aber dann staunen wir nicht schlecht, als wir merken, dass wir im letzten Startblock platziert sind. Auch nicht schlecht: dann rollen wir das Feld eben von hinten auf! Wir ordnen uns hinter den Zielläufern für 2:30 Stunden ein: das ist ein machbares Ziel. Endlich ertönt das Startsignal. Wir rennen über die Brücke und von weitem sehe ich schon die badische Fahne unseres Lauftreffs wehen. Gerd und Birgit sind tatsächlich gekommen, um uns anzufeuern!

Es ist schon ziemlich warm, und es wird noch wärmer. Aber es läuft sehr gut, und nachdem wir die 3-Kilometer-Marke passiert haben, lösen wir uns von unseren Zielläufern. Wir spüren, dass wir so gut aufgelegt sind, dass wir schneller sein werden! Bald zieht sich das Feld auseinander und wir rennen gemütlich unser Tempo und kämpfen uns langsam nach vorn. Ich habe sogar genug Luft für kleine Zwischenspurts und Smalltalk mit anderen Sportler:innen. Als ich vor uns zwei Jungs sehe, auf deren Shirts hinten auf dem Rücken der Spruch steht "Wo wir sind, ist vorne", renne ich an ihre Seite und spreche sie an: "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Euer Spruch gefällt mir!" Die beiden strahlen. Dann hänge ich sie ab, drehe mich um und rufe ihnen zu: "Und jetzt die schlechte Nachricht: euer Spruch stimmt jetzt nicht mehr!"

Es läuft weiterhin gut und ehe wir es uns versehen, packen wir die Steigungen in den Weinbergen ohne Probleme; bergab treibt uns Michi dann zu Höchstgeschwindigkeiten. "Laufen lassen!", ruft sie, "bremsen tut weh!" Inzwischen ist es sehr warm geworden und wir nutzen gern die Duschen, die an den Verpflegungsposten stehen. Jetzt versuche ich, mein Trikot gegen eins der Audi-Läufer zu tauschen: damit ich nachher in den VIP-Bereich komme mit der Extra-Verpflegung. Leider finde ich keinen Tauschwilligen. Dann passieren wir eine Gruppe junger Lidl-Läuferinnen; eine meint sogar: "Im Ziel können wir tauschen!" Ich meine: "Nein, jetzt!" Lautes Gelächter zeigt, dass sie meinen Trick durchschaut haben.

Zwei Kilometer vor dem Ziel sind die Wasserbecher ausgegangen und die Helferinnen wollen das Wasser in die Hände schütten. Nichts für uns. Glücklicherweise stehen dort drei ältere Herren, die Trollinger ausschenken. Dann trinken wir halt Wein! Einen Kilometer weiter wartet schon der nächste Verpflegungsposten, aber Michi ruft: "Jetzt wird nichts mehr getrunken!" Dann taucht schon das Ziel auf, wir haken uns unter und laufen geschlossen über die Ziellinie, so dass sogar der Moderator auf uns aufmerksam wird. Im sonnigen Zielbereich trinken wir stolz unser Siegerbier: Wir sind sogar unter 2:20 Stunden geblieben. Nach der Dusche feiern wir dann im Biergarten mit Birgit und Gerd den gelungenen Lauf. Und freuen uns schon auf die Überraschungstüten von Wino Bio, die uns als Belohnung versprochen wurden!



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